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So werden Zähne zerstört

 1.     Karies

Das Ergebnis von Bakterien und herkömmlichem Zucker. Im Zahnbelag (auch Biofilm oder Plaque genannt) ernähren sich Bakterien von Zucker. Die Bakterien vollziehen dabei einen Stoffwechsel wodurch sie Zucker zu Säuren abbauen. Die Säuren wiederum entmineralisieren (entkalken) den Zahnschmelz, der dadurch durchlässig und porös wird. Die Bakterien dringen in den Zahn und zerstören ihn quasi von innen heraus. Das Karies-Loch ist entstanden.

Laut dem Lebensmittelgesetz dürfen zuckerfreie Produkte 0,5 % Zucker enthalten und zuckerfrei heißt lediglich ‚frei von Rohrzucker’ (Haushaltszucker). ‚Zuckerfreie’ Produkte können aber durchaus Fruktose (Fruchtzucker), Glukose (Traubenzucker), Laktose (Milchzucker) oder Maltose (Malzzucker) enthalten. „Wie Haushaltszucker sind auch diese Zuckerarten kariogen. Sie werden von bestimmten Bakterien im Zahnbelag sofort in Säuren, vor allem Milchsäuren, umgewandelt, schaffen poröse Stellen im Zahnschmelz, in die anschließend Bakterien aus der Plaque einwandern und so den Zahn von innen heraus zerstören.

Ein paar ergänzende Hinweise und Tipps:

Bei den vorgenannten Säurebildungen spielt, ob ihrer negativen Wirkung, der ph-Wert eine wesentliche Rolle. Wenn dieser während und 30 Minuten nach dem Verzehr nicht unter den kritischen Wert von 5,7 liegt, ist sicher, dass dieses verzehrte Produkt keine Karies auslöst.

Durch die Verwendung von Zuckerersatzstoffen (auch Polyole oder Zuckeralkohole genannt, z. B. Isomalt, Lactit, Maltit, Mannit, Sorbit, Xylit) und Süßstoffen (Acesulfam, Aspartam, Cyclamat, Saccharin, Sucralose, Thaumatin, Neohesperedin) erhalten zuckerfreie Produkte ihre Süße und die vorbeschriebene Säurebildung mit ihren negativen Folgen kann vermieden werden. Selbstverständlich werden diese Produkte nur aus Substanzen hergestellt, die zur Verwendung in Lebensmitteln ausdrücklich zugelassen sind. Verschwiegen werden soll aber nicht, dass bei übermäßigem Verzehr von Produkten mit manchen Zuckerersatzstoffen eine so genannte "unerwünschte Nebenwirkung" auftreten kann: die Laxation. Enthält eine Süßware mehr als 10 % Zuckeraustauschstoffe, muss deshalb auf ihrer Verpackung deutlich lesbar der Hinweis "Kann bei übermäßigem Verzehr abführend wirken" angebracht werden.

Die mögliche Nebenwirkung eines abführenden Effekts (Laxation) bei übermäßigem Verzehr entfällt bei Isomaltulose, ein sogenanntes funktionelles Kohlenhydrat, das aus Rübenzucker gewonnen wird.

 2.     Zahnschäden durch Säuren = Erosionsschäden (Schmelzerosionen)

Neben dem Zucker kann auch Säure ein Problem für die Zähne sein. Sie steckt fast überall mit drin, um den Geschmack zu verbessern.  Erosionsschäden werden durch in Getränken und Lebensmitteln (Obst, Gemüse, Süßwaren) enthaltene Säuren hervorgerufen. Es nützt den Zähnen also nur bedingt, wenn zuckerfreie Lebensmittel gegessen werden, diese aber noch zu viel der (aggressiven) Säuren enthalten. Erosiv wirken zum Beispiel auch Zitronensäure und Apfelsäure, die häufig als Konservierungs- und Aromastoffe in zuckerfreien Süßigkeiten eingesetzt werden. Daher ist es wichtig, dass in zuckerfreien Süßigkeiten nicht zu viel dieser Säuren enthalten sind. Andernfalls können sie die Zahnoberfläche „aufweichen und Zahnhartsubstanz abtragen.

Ein paar ergänzende Hinweise und Tipps:

Schäden an den Zähnen die durch Säuren entstehen, sind seltener, können aber auch wie die Karies zu einem Abbau der Zahnsubstanz führen. Gerade in der gesunden Kost, mit viel Obst und Gemüse, sind Säuren enthalten, die im Normalfall für die Zähne unproblematisch sind, da durch die Speichelproduktion die Säuren relativ schnell wieder aus dem Mund entfernt werden. Zu Überlastungen kommt es definitiv, wenn man sich nur von säurehaltigen Lebensmitteln ernährt und zusätzlich Getränke konsumiert, die viel Säuren enthalten (zum Beispiel: Fruchtsäfte,  Multivitamingetränke, Cola, Energy-Drinks oder Light-Getränke). Oft wird den Säften u.a. Zitronensäure (E 330) zugesetzt, die das Getränk säuert und stabilisiert, aber für die Zähne recht aggressiv ist. Je häufiger sie eingesetzt wird, desto mehr zersetzt sie den Zahnschmelz.

Um sich vor Erosionsschäden zu schützen, sollte man auch wie beim Zucker, die Zufuhr beschränken. Statt der Säfte, ist es günstiger das Obst zu essen. Säfte regen die Speichelproduktion kaum an und  die Säuren verbleiben länger im Mund. Die Einwirkdauer ist letztendlich der wesentliche Faktor für das Ausmaß der Schädigung. Vor dem Schlafengehen, sollten saure Speisen und Getränke vermieden werden.

Nach dem Verzehr saurer Getränke und Speisen sollten die Zähne nicht sofort geputzt werden, da die Speichelproduktion und damit die natürliche Abwehr geschwächt wird. Dass Getränke Säuerungsmittel enthalten, hat zwei Gründe: Zum einen dienen sie der Abwehr von Mikroben, also zur Verbesserung der Haltbarkeit, zum anderen werden sie als sensorisches Gegengewicht zum Zucker benötigt, um den Geschmack auf die Vorlieben der Konsumenten einzustellen. Ein Schuss Säure gibt dem Getränk eine erfrischende Note. Ungesüßtes Mineralwasser mit Kohlensäure und ohne Geschmackstoffe ist für die Zähne kaum eine Gefahr, es gibt jedoch Mineralwässer mit Zitronengeschmack, die können sehr erosiv wirken.

Nach dem Genuss säurehaltiger Speisen und Getränke, sollte der Mund mit Wasser oder einer fluoridhaltigen Lösung gespült und dann der neutralisierende Speichelfluss angeregt werden, etwa mit einem zahnpflegenden Kaugummi.